Die Untersuchung der Apsiskalotte ermöglichte das Abklopfen der Oberfläche und die Überprüfung von alten Rissbereichen. Besonders im Umfeld von Rissen treten gefährdete Hohlstellen in größerem Umfang auf. Der Putz „federt“ und entlang von Rissen sind die Rissflanken gegeneinander beweglich, beide Phänomene sind Zeichen für dringenden Handlungsbedarf.
Bei der letzten Restaurierung 1988 wurde eine partielle Putzfestigung vorgenommen, aber offenbar keine Hohlstellen hinterfüllt. Im Zentrum der Kalotte sind zahlreiche vertikale Risse vorhanden. Ebenso in den Scheitelpunkten des Fensters. Dabei handelt es sich häufig um bereits ausgebesserte, also wiederkehrende Risse. Dieses gilt für die Kalotte wie auch den Sockel, wo sich unterhalb des Fensters ein Riss in der rekonstruierten Vorhangmalerei erneut geöffnet hat. Im weiteren Verlauf an den Wandflächen nach unten sind nur einzelne noch gefährdete Putzhohlstellen festzustellen. Der Putz klingt häufig insgesamt hohl, ist aber noch ausreichend stabil.
An beiden Seitenwänden des Hauptchores sind große Rissbereiche jeweils über dem Scheitelpunkt der Fenster erkennbar. Auf der Nordseite hatten sich im Herbst 2021 Steinteile aus dem Scheidbogen gelöst. Dabei handelte es sich um bereits verschobene, gebrochene und hinterfüllte Kantenbereiche eines Steines des Bogens. Der Bogen wird an dieser Stelle schon über einen langen Zeit-raum statisch falsch belastet. Entlang des Steines oberhalb der Bruchstelle verläuft ein Riss in das Gewölbe und dann parallel der Bogenkante in Richtung des Scheitelpunktes oberhalb der Spitze des Maßwerkfensters. An dieser Stelle wurde der Riss zur Überprüfung erweitert und es zeigt sich eine breite Öffnung, die fast 40cm tief in das Mauerwerk reicht. Diese Risszone ist stark verschmutzt. An der Unterseite des Bogens ist ebenfalls eine verschmutzte Risszone in die Bogen-spitze erkennbar. In diesem Bereich liegen bereits zahlreiche Putzergänzungen vor. Diese Putzergänzungen sind häufig gerissen und kaum an den Untergrund angebunden. Zusätzlich zeichnen sich einige feine Haarrisse entlang der einzelnen Steine des Bogens noch ohne starke Verschmutzung ab, die daher als jünger zu bewerten sind.
(Bilder aus Gutachten
Ars Colendi)
Erforderliche Maßnahmen:
- Kartierung des Zustandes bzw. der Maßnahmen
- Trockene Reinigung aller Oberflächen mit Staubsauger und Ziegenhaarpinsel
- Feuchte Reinigung durch Abtupfen, schwerpunktmäßig in den Fensterlaibungen
mit Kapitell, Säulen etc. - Malschichtfestigung
- Festigung von öl-vergoldeten Bereichen
- Hinterfüllen von Putzhohlstellen
- Evtl. Öffnung von Rissen und Stopfen mit Heißkalk.
- Evtl. Vernadelungen oder weitere statische Maßnahmen im Bereich des nördlichen Chorfensters
- Ausführung von kleinteiligen Feinkittungen, bei feinen Rissen oder Ausbrüchen mit Sumpfkalkmörtel
- Ausführung von Retuschen, im Wesentlichen in Bereichen von Kittungen und größeren Fehlstellen.
- Dokumentation der Maßnahmen schriftlich und fotografisch
- Kartierung des Bestandes mit Original und Ergänzungen






